Rund um Mariä Himmelfahrt wird seit vielen Jahrhunderten die Tradition der Kräuterweihe gepflegt. Auch bei uns im Haus St. Hildegard haben wir diesen alten Brauch in diesem Jahr wieder aufleben lassen. Gemeinsam banden wir verschiedene Kräuter und Blumen zu einem Kräuterbuschen und sprachen über die Bedeutung dieser Tradition. Früher waren die Menschen in besonderem Maße auf die Heilkräfte der Natur angewiesen. Kräuter wurden gesammelt, getrocknet und beispielsweise zu Tee oder für andere Anwendungen verarbeitet. Die geweihten Kräuter galten als Geschenk Gottes und wurden im Haus oder Stall als Zeichen des Schutzes und der Hoffnung aufbewahrt.
Eng verbunden ist der Brauch mit der Gottesmutter Maria. In alten Gebeten wird sie als „Blume des Feldes und Lilie der Täler“ bezeichnet. Die Kräuterweihe bot daher nicht nur Gelegenheit, eine religiöse Tradition zu pflegen, sondern auch Erinnerungen und Wissen miteinander zu teilen: Welche Kräuter kennen wir noch aus früheren Zeiten? Wofür wurden sie verwendet? Und an welche Bräuche rund um Mariä Himmelfahrt erinnern wir uns aus der eigenen Kindheit?
Zwischen dem Duft der Kräuter und vielen Gesprächen wurde eine jahrhundertealte Tradition im Haus St. Hildegard wieder lebendig – und mit ihr so manche persönliche Erinnerung. Ein schöner Brauch, der auch heute noch seinen festen Platz bei uns hat.